Mal wieder bin ich am 15.06 zu einer Radtour mit Cachen aufgebrochen. Diesmal war es bei weitem nicht so weit wie bei der letzten Tour zum Kölner Stadion, dafür von der Landschaft her eindeutig schöner.
Es ging entlang des Aartal. Die Aar ist ein kleiner Fluss, ca. 50 km lang, der in Taunusstein in Hessen entspringt und in Diez in die Lahn mündet.
Ziel war der untere Abschnitt von Diez bis Burgschwalbach entlang des Aartal Höhenweges, der durch eine Serie von 18 Tradis, alle gelegt durch die Cacher JoergTh und Grottenolmi bereichert ist. Erkennbar ist die Serie an dem Namensvorsatz „AHW“. Natürlich gibt es auch noch weitere Caches entlang des Weges bzw. auf dem Rückweg. Da die Zeit jedoch begrenzt war und ich weder über das Terrain noch die Dauer und die Schwierigkeit Bescheid wusste, waren die Caches zwar in loser Planung, aber kein unbedingtes Muss.
Los ging es um 8.00 Uhr mit dem in Koblenz, die empfohlene Parkkoordinate war gegen 8.40 Uhr erreicht. Das Rad ausgepackt, alles fertig gemacht, mein fahrradtaugliches E-Trex angeschmissen, das nach wie vor seinen Dienst tut, wenn man es braucht und mit Freude gesehen, dass der erste Cache nur ca. 400 m Luftlinie entfernt lag. Dieser war zum Aufwärmen prima und gleich gefunden. Gleich hinter der nächsten Kurve lauerte dann schon der nächste, der allerdings nicht zur Serie gehörte. In morgendlichem Schludrian schaute ich dann mehr auf den Hint als auf das GPS, was mir zunächst einmal einen großen Umweg einbrachte, die Büx konnte ich dennoch finden, wenn auch mit großer Verspätung.
Kurz danach ging es dann zum ersten Highlight, der Burg Ardeck (ja, sie wird in der Tat nur mit einem „A“ geschrieben), eine spätmittelalterliche Ruine aus dem 14. Jahrhundert. Ihr zu Füßen liegen zwei Caches in unmittelbarer Nähe. In einen von beiden habe ich etwas getan, das ich sonst nie zu tun pflege, nämlichen einen von 3 Trackables gelegt, den mir ein Cacherkollege aus dem Vogelsberg vor einigen Tagen flehentlich zur Mitnahme ans Herz gelegt hat. Was macht man nicht alles...?
Aber zurück zur Tour. Danach wurde es dann steil und hügelig und nach einigen Kilometern wartete der Tradi „Grenzgänger“ vom Team Edmaja auf den Found, ein Cache unmittelbar an der Grenze zu Hessen in einem für dieses Cacherteam bekannten außergewöhnlichen Versteck.
Danach kam dann fast Akkordarbeit, denn es gelang mir, 7 Tradis in einer Stunde zu loggen (allerdings lange noch nicht mein persönlicher Rekord, der liegt bei 7 Tradis und einem Multi in 50 Minuten – aber da nur nebenbei).
Schließlich ging es dann nach Netzbach. Wo bitte ist Netzbach, das hätte ich auch nicht gedacht, dass ich jemals dort hin kommen würde. Es gibt dort neben ganz viel Landwirtschaft auch einen kleinen Dorfplatz mit einem Cache der bezeichnenderweise auch noch „AHW – Mitten in Netzbach“ heißt.
Über Felder und Wiesen erreichte ich dann bald Burgschwalbach, ein kleiner Ort im letzten Winkel von Rheinland Pfalz mit einem schönen Blick auf die namensgebende Burg, ebenfalls aus dem 14. Jh., aber deutlich besser erhalten als das Pendant einige Kilometer zuvor.
Das war auch gleichzeitig das Ende der AHW-Serie, aber noch nicht das Ende des Cachens, denn der Rückweg lag ja noch vor mir. Begonnen hat diese Rückfahrt mit dem Multi „Zollhäuser Wasser“, bei dem einem zwei sehr schöne römische Brunnenanlagen vorgestellt werden. Aus dem Römerbrunnen sprudelt sogar quellfrisches Wasser, das man ohne weiteres trinken kann, dessen Geschmack allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig ist.
Eigentlich DAS Cachehighlight der Tour kam dann erwartungsgemäß kurz vor Schluss. Der Cacherkollege Hanfri zeigt uns mit einem Earty namens „Kalk“ die Schäfer Werke, einen der größten Kalksteinbrücke Deutschlands und der tiefste Bruch von Rheinland Pfalz. Wirklich ein sehr beeindruckender Ort. Der Owner erzählte mir in seiner Logfreigabe, dass die Kalkwerker den tiefsten Bruch Deutschlands anstreben.
Den Rest des Rückweges fuhr ich dann über den ebenfalls sehr sehenswerten Aartal Radweg bis zum Auto. Das Zeitfenster brachte es so mit sich, dass ich noch für einige wenige Caches in Diez Zeit hatte.
Alles in allem waren es insgesamt 27 Tradis, 1 Multi und 1 Earthy auf rund 36 km. Die reine Fahrzeit betrug ca. 4 Stunden, der Kalorienverbrauch lag bei ca. 2500 und der Spaßfaktor war unbegrenzt, nicht zuletzt wegen des perfekten Wetters.
Ursprünglich war eigentlich gedacht, die Tour mit Rheininsels Gregor anzugehen, aber das Wetter hatte uns früher im Jahr leider immer wieder Streiche gespielt und so bin ich dann alleine los. Schade, dass er nicht mitkommen konnte, aber vielleicht klappt es ja beim 2. Teil der AHW Tour ab der Aarquelle in Richtung Bad Schwalbach, den ich sicherlich auch dann irgendwann einmal angehen werde.
