Alle Jahre wieder, bereits zum 3. Mal bin ich am 28.04.10 mit dem Fahrrad von Koblenz nach Köln gefahren – Ziel: Das Rhein-Energy-Stadion. Angefangen hat es 2008, als ich im Jahr des Aufstiegs „meines“ FC gesagt habe: wenn die aufsteigen, dann fahre ich mit dem Fahrrad von Koblenz aus zum Stadion. Kurz danach sagte ich: jedes Mal, wenn der FC in der Bundesliga bleibt, mache ich das gleich wieder. Völlig überraschend für den leidgequälten FC-Fan der letzten Jahre haben die Jungs es geschafft, sowohl letztes als auch dieses Jahr die Klasse zu halten (wie gut, dass es Auswärtsspiele gibt). Also wurde es in diesem Jahr eine weitere Klassenerhaltsfahrt. Logisch, dass dabei auch der eine oder andere Cache dran glauben muss. Ebenso logisch, dass es keine ausgedehnten Multis mit großen Höhenunterschieden sein können, da müssen die Tradis dran glauben. Insgesamt habe ich mir 38 Tradis im Vorfeld rausgeschrieben, sowie zwei kurze Multis, wohl wissend, dass das Pensum nie und nimmer geschafft werden kann. Am Ende wurden es 11 Tradis und 1 Multi. Doch der Reihe nach.
Die Wettervorhersage war prima, Sonne pur und leichter Wind von Süden. Ich bezeichne mich mal als Hobbyradfahrer und bin völlig unvorbereitet an dieses kleine Abenteuer herangegangen, habe den Termin erst zwei Tage zuvor festgelegt. Das einzige, was ich hatte war meine Erfahrung der beiden letzten Touren, mein altes E-Trex GPS, einen Rucksack mit einer Flasche Wasser, zwei belegten Stullen, einem Brötchen sowie zur Sicherheit mein 60 Csx (das aber nicht zum Einsatz kam) und natürlich mein altes Mountainbike mit doch schon immerhin 6500 km auf dem Tacho.
Los ging es um 8.00 Uhr mit dem Fahrrad ab Pfaffendorf, wo bis zu unserem Umzug mein Fahrrad geparkt steht. Die erste Station sollte der relativ neue Tradi von CADS11 mit dem verführerischen Namen „1000 Mal passiert“ sein. Wie sich nach ca. 1,5 Std. Fahrt herausstellte hielt ich es für besser, den Cachenamen wörtlich zu nehmen und liegen zu lassen, das hätte zu viel Zeit gekostet.
Also ging’s weiter zum ersten (und einzigen) Multi des Tages „Sinziger Schloss“ von Nightlight64. Ein kleiner Einstationenmulti, der trotz erheblicher Koordinatenabweichung am Final schnell gefunden wurde. Übrigens stellte das Schlösschen bei dem blauen Himmel und den farbenfroh gepflanzten Blumen im Vorhof eine bezaubernde Kulisse dar.
Weil dieser Cache einen Umweg darstellte, ließ ich den nächsten Tradi „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ aus und fuhr gleich weiter zur „The Bridge at Ramagen I“ aus dem Jahr 2002. Hier bedurfte es einer kleinen Klettereinlage, aber auch an diesem geschichtsträchtigen Ort war die Büx schnell entdeckt.
Der letzte Cache in Rheinland Pfalz war dann die „Unkelbacher Brücke“. Diesen Cache bin ich bereits zweimal vorher angegangen, konnte aber wegen Muggel nie loggen. Heute dann hatte ich ihn nach kurzer Suche in der Hand und kann ihn nun von meiner Watchlist streichen.
Gegen 11.30 Uhr fuhr ich über die Landesgrenze bei Rolandseck und steuerte gleich den recht neuen Tradi „Willkommen in Mehlem“ an, der kein Problem darstellte.
Bei dem Cache „Der vergessene Fisch“ hatte ich ein sehr nettes Gespräch mit einer älteren Damen, die seit einiger Zeit beobachtet, dass neuerdings immer Leute zielgerichtet eine Dose hervorziehen und sich in ein Büchlein eintragen. Ich hielt es für angebracht, ihr das Spiel zu erklären, was sie sichtlich beruhigte und beeindruckte.
So schön der Japanische Garten in Bonn ist, der Cache hierzu blieb mir verborgen. Da ich aber zu dieser Zeit auch schon in Timetrouble war, nahm ich mir vor, ab sofort nur noch oberflächlich zu suchen und wenn sich die Caches mit nicht vor die Füße werfen gleich weiter zu fahren.
Es ging dann in die Innenstadt von Bonn. Beim „Bonner Münster“ sah ich, dass ein Team 5 Minuten vor mit geloggt hatte. Beim Cache „Beetphone“ sah ich dann die Gesichter dazu und wir hielten einen netten Plausch. Es waren Cremeschnitte und Sunnysky_ger, die sinnvoll ihre Mittagspause nutzten und cachen gingen. Von dieser Stelle aus herzliche Grüße, wir sehen uns in Mendig zum Megaevent!
Jetzt war die Zeit aber wirklich fortgeschritten. Die Logzeit beim Beetphone war 13.10 Uhr, ich wollte spätestens um 16.00 Uhr am Stadion sein. Das GPS zeigte noch über 40 km Luftlinie an. Also los! Ich ließ Bonn Bonn sein und steuerte geradewegs auf Wesseling und den Cache „Shell LPC“, der mir aber verborgen blieb. Einen Cache in dieser ätzenden Industrieromantik von Wesseling wollte ich aber finden, also musste „Shell LPC 2“ dran glauben. Logzeit: 14.15 Uhr.
Also weiter und das Rhein Energy Stadion angesteuert. Ankunft am Eingang Süd war 15.50 Uhr, auf dem Tacho waren ca. 110 km. Spätestens um 18.00 Uhr wollte ich im Zug zurück nach Koblenz sein und bis zum Bahnhof noch 2 oder 3 Tradis mitnehmen. Gefunden habe ich noch insgesamt 4, der Zug ging um 17.32 Uhr, mit Verspätung war ich um kurz vor 19.00 Uhr wieder in Pfaffendorf.
Am Ende waren es knapp 122 km und knapp 5300 verbrauchte Kalorien. Alle Knochen heil, alles noch fit, ein rundum gelungener Tag – hat unglaublichen Spaß gemacht. Bleibt nur zu hoffen, dass der FC auch in der kommenden Saison die Klasse halten kann und ich dann zum 4. Mal Geisbock’s Pilgerfahrt antreten kann.