Spuren der Weltkriege
Es war wieder mal soweit. Auch in diesem Jahr war es für einige Mitglieder der Geocacher-Gruppe (koboldine, k.g.Geocacher, Rumpelbande und Barth Simpson) des Westerwald Vereins ZV Hillscheid nix mit Langstrecken-Matrazenhorchen. Nach fast 3 monatiger Planung war es am Frohleichnam-Morgen um 8.00 Uhr endlich soweit. Vier Cacher machten sich auf den Weg Richtung Frankreich. Hier sollte an 2 Tagen ein Stück der Maginot-Linie sowie ein Teil der Moselfestung erkundet werden. Unsere Planung führte uns in die Gegend von Thionville, wo wir gegen Mittag eintrafen. Die erste Bunkeranlage in der Nähe von Escherange beeindruckte uns schon durch ihre Größe. Diese befindet sich an einem Hügel mit weiter Sicht ins Tal.
Weiter gings; an unserem Mittag-Picknick-Platz fanden wir dann getarnt in einem Gebüsch einen weiteren kleinen Bunker mitten auf einem Getreidefeld. Von hier führte uns unser Weg zum Adolf-Hitler-Bunker. Diese mitten im Wald gelegene Anlage wurde nicht fertiggestellt, da der Einmarsch der alliierten Truppen die Fertigstellung verhinderte. Geplant war die Anlage als Kommandostand für die Westfront. Unterwegs zu dieser Anlage konnten wir immer wieder neben dem Waldweg Überreste von Unterständen etc. im dichten Gestrüpp erkennen. Nicht weit von der Bunkeranlage erkundeten wir die Kaserne "Le camp d 'Angevillers". Eine weitläufige Anlage aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg. Wie sie hier versteckt hinter Efeu und Brombeeren mitten im Wald vor uns lag, machte sie so ein bisschen einen verwunschenen Eindruck. Man hatte den Eindruck, dass gleich aus dem Küchengebäude der Ruf zum Mittagessen ertönen würde. Höhepunkt des Tages war die Erkundung einer ebenfalls mitten im Wald gelegenen Bunkeranlage der Maginotline. Das Besondere an dieser Anlage war, dass ein Observierungsposten aus dem Rumpf eines alten FT17 gebastelt war. Mittlerweile war es Zeit geworden Frankreich zu verlassen, um bei Dreisbach in die Jugendherberg einzuchecken. Auf dem Weg dorthin machten wir noch kurz Halt an den Sternen von Schengen. Auch in der Umgebung von Dreisbach befinden sich auf den Wiesen und Felder kleinere Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg. An einem kleinen See stießen wir unverhofft auf die Überreste einer Panzersperre aus der Zeit. Mit ca. 10 km Wanderstrecke in den Beinen und einer riesen Menge Eindrücke im Kopf beendeten wir diesen Tag - aber nur um am Freitag bereits um 7.30 Uhr wieder zu starten. Dieser Tag stand unter dem Thema
1. Weltkrieg - Moselstellung. Um die damaligen Deutschen Gebiete gegen Frankreich zu sichern wurde hier eine Befestigungslinie von Deutschland errichtet. Zwischen den Festungen Obergentringen, Illingen und Königsmachern befindet sich eine Linie mit kleineren und größeren Bunkern. Diese haben wir erkundet. In der Nähe von Sainte-Marie erlebten wir die wie auf einer Perlenschnur aufgefädelt am Wegesrand befindlichen Bunker und Unterstände. Diese Anlagen waren im Gegensatz zu den Betonklötzen der Maginot-Linie außen verziert mit Inschriften und genauen Angaben der entsprechenden Erbauer. Mittlerweile werden die Bauwerke sehr sinnvoll aber friedlich genutzt. Für viele Waldtiere sind sie Wohn- und Rückzugsbereich. Die Natur holt sich halt nach all den Jahren das Gelände vom Menschen zurück.
Auf unserer Heimfahrt machten wir dann noch Station am KZ Memorial Hinzert. In diesem SS-Sonderlager wurden vor allem Kritiker und Widerstandskämpfer aus Luxemburg, Belgien und Frankreich ermordet. Besonders nachdenklich stimmte uns die Erinnerungsplaketten für den Präsident der Luxemburger Pfadfinderschaft Jean Muller (1909–1976) und Tony Noesen (21. August 1905 – 25. Februar 1944, hingerichtet im SS-Sonderlager Hinzert, luxemburgischer Pfadfinder). Diese hatten sich gegen die Eingliederung der Pfadfinder in die Hitler-Jugend gestellt.
Damit endeten 2 interessante und abenteuerliche Tage mit vielen unterschiedlichen Eindrücken.