Autor Thema: Naturschutz  (Gelesen 1254 mal)

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Offline Eminenz

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Naturschutz
« am: 25. Januar 2011, 16:02:40 »

Offline GeoGerd

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Re: Naturschutz
« Antwort #1 am: 25. Januar 2011, 17:18:54 »
Sehr schön! Besonders gefällt, wie Geocaching und Kinderpornographie in einem Atemzug genannt werden...

Hier aus der Region ist mir exakt ein Fall bekannt, wo es um Geocaching und brütende Eulen ging. Nach einem Hinweis, dass in der Nähe eines Abseilcaches gebrütet wird, wurde der Cache sofort von den Ownern deaktiviert und später ins Archiv verschoben. Auch kann man wohl davon ausgehen, dass beide in Deutschland relevanten Plattformen - http://geocaching.com und http://www.opencaching.de - nicht zögern würden, so einen Cache ins Archiv zu schicken, zeigte sich ein Owner uneinsichtig. Aber warum miteinander reden, wenn man auch nach der Obrigkeit rufen kann?

Eine Diskussion wert wäre die im offenen Brief aufgestellt These, "Die Caches werden eben [...] gerne an besonders unwegsamen, nur schwer zugänglichen Stellen [ausgelegt.] [...] Die exklusive Lage eines Verstecks und die Bewältigung besonderer Schwierigkeitsgrade machen ja gerade den Reiz dieses neuen Freizeitvergnügens aus." Mein Eindruck ist, dass etwas abseits von menschlichen Ansiedlungen - und damit meine ich so ungefähr mehr als eine halbe Stunde vom nächsten Parkplatz entfernt - die Cachedichte und -suchhäufigkeit sehr stark zurückgehen. Bei meiner letzten Tour im Rothaargebirge (Bericht folgt), lag gar nicht so viel rum, und die Caches, die es gab, sind teilweise schon drei und mehr Monate nicht mehr angegangen worden.

Offline oljoka

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Re: Naturschutz
« Antwort #2 am: 25. Januar 2011, 22:59:00 »
Schade Schade Schade, dass solche Briefe verfasst werden. Stellt sich die Frage welche Erfahrungen die EGE Eulen mit Cachern gemacht hat. Wer einen solchen Brief verfasst, dem traue ich aber leider auch zu, dass er nicht den ruhigen, aufklärenden und vernünftigen Dialog mit Geocachern gesucht hat. Auf beiden Seiten, Cacher und Naturschützer, besteht gegenseitiger Aufklärungsbedarf. Wer allerdings direkt schwere Geschütze auffährt erweckt den Eindruck keine einvernehmliche Lösung suchen zu wollen, sondern einfach mit allen Mitteln sein Ding durchdrücken will.

Ich denke es ist wichtig, dass wir Geocacher die Bereitschaft zum Dialog signalisieren.


Offline DieObereiper

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Re: Naturschutz
« Antwort #3 am: 26. Januar 2011, 17:21:41 »
Ich weiß nicht, irgendwie habe ich eher das Gefühl, es geht eher um finanzielle Mittel.
Ich meine, wenn man Worte wie Kinderpornographie in einem Atemzug nennt, ist es sehr reißerisch und dramatisierend.

Ich kann durchaus verstehen, das bei dem Boom, das unser Hobby erlebt, viele Naturschützer Sorgen haben, z.t. bestimmt auch berechtigt.
Aber es gibt so wenige Events, wo sich Jäger, Förster oder Naturschützer gesagt haben "He, Cacher, wir laden euch mal ein, und informieren euch, damit Ihr auch up2date seid"
An der Stelle, Andreas hatte ja auch den Kontakt gesucht, und er ist keinesfalls auf Taube Ohren bei uns gestoßen - warum können die es nicht auch?

Anstatt ein reißerischen Brief, wäre dies sicherlich besser, sympathischer und auch von besseren nutzen, bevor sich Fronten verhärten.
Es sei denn, man hat sich nicht die Mühe gemacht, mal hinter die Kulissen des Cachens zu blicken, oder schreibt eben als Kurzschlussreaktion an den Minister...

An seiner Stelle, wenn überhaupt, hätte ich doch um eine offizielle Stelle gebeten, die die Naturschutzraumkarten um Brutplätze aktualisiert, und den Cacheplattformen zugänglich macht.
Alles andere ist irgendwie am Ziel vorbei oder Panik bzw. Geldmache.

Vielleicht sehe ich das auch falsch und zu eng, wer weiß, was der Anlaß zum Brief war... Aber diesen Weg finde ich nicht OK.

Gruß, Sascha

Offline Aceacin

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Re: Naturschutz
« Antwort #4 am: 26. Januar 2011, 20:42:17 »
Soweit ich weiß wird bei Opencaching angezeigt, ob da ein Naturschutzgebiet ist oder nicht.
Wenn PlugIns bei GC erlaubt wären (und jemand weiß wie), dann könnte man sicher auch was basteln, dass dieses Overlay mit auf die Google/GC-Karte pappt.
GC wird sich da sicher nicht rühren.

CU,
Tobias
« Letzte Änderung: 26. Januar 2011, 20:47:47 von Aceacin »
Vielleicht sind wir doch blinder, als wir auf den ersten Blick sehen können.

Offline oljoka

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Re: Naturschutz
« Antwort #5 am: 09. Februar 2011, 16:28:24 »
Zur Info wie es (nochmal gut) gehen kann:

http://www.geocaching.com/seek/log.aspx?LUID=5933a08f-ddf1-4917-85e3-5b33f4e026fb

Ich bin mal gespannt wie lange es noch bis zu den ersten rechtlichen Massnahmen dauert.

Offline Aceacin

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Re: Naturschutz
« Antwort #6 am: 09. Februar 2011, 20:25:01 »
Der kann froh sein, dass nur der Zugang dicht gemacht wurde und keine Anzeige folgte. Da scheint man doch erstmal auf Verständnis beim Owner zu hoffen. Der Owner  sollte den Hafen besser nicht so aufreißen ("Achtung, der Cache wird wieder in Betrieb genommen. Eine Box oder ein Logbuch gibt es nicht. Die alte Box wurde von einem "Experten" geklaut und ich denke das das mit der neuen auch so passieren würde. Es gibt leider überall Hirnlose auf dieser Welt. Schade."). Wäre der Cache während der Ruhezeit deaktiviert gewesen hätte sich vermutlich niemand beschwert.
Ich gehe auch gerne in Höhlen mit allem drum und dran, aber im Winter muss das nu echt nicht sein. Nen Cacher, der nachts mehrmals geweckt wird, mault rum, dreht sich um und pennt weiter; morgens isser schlecht gelaunt. Eine Fledermaus, die im Winter zu oft geweckt wird, fällt tot von der Decke.

Jm2ct,
Tobias
Vielleicht sind wir doch blinder, als wir auf den ersten Blick sehen können.

Offline Fledermaus

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Re: Naturschutz
« Antwort #7 am: 15. Februar 2011, 08:21:25 »
Hi,
sorry das ich so lange nichts von mir hab hören/lesen lassen. Umzug, Umbau und Arbeit haben mich arg in Beschlag genommen.
Die Reaktion der EGE Eulen kann ich nachvollziehen, aber die Formulierungen darin trage ich nicht. Inzwischen sind fast alle Brutplätze des Uhu oder auch des Wanderfalken mit Caches besetzt. Und das das langfristig zu Probelemen führt ist klar. Ich hatte schon einigen hier erklärt, das nicht jeder Naturschützer stundenlang im Netz rumsurft und dann versucht an den Owner heranzukommen. Offizielle Briefe werden bald die Regel werden. Ich wollte zu einem offizielen Gespräch einen Reviewer mitnehmen, hatte auch einen Kontakt erhalten. Und die Reaktion war leider "ich bin nicht der Richtige, mache das nur im Ehrenamt". So sehr ich das verstehen kann, so wenig hilft das weiter die Fronten zu entschärfen. So leicht ist es halt leider nicht mit Cachern in direkten Kontakt zu treten. Daran muss die Cacherszene arbeiten, raus aus dem anonymen Internet, sonst sehe ich das schwarz.
Ich will langfristig mit einigen hier zusammenarbeiten, aber ich kann nicht alle davon überzeugen...
Und noch was: Fledermäuse und Uhus können nicht lesen und halten sich durchaus nicht immer, eigentlich sogar in der Regel, nicht in NSGs auf. Daher sind nach Meinung der Naturschtzer Höhlen (dazu zählen auch  Bunker, Stollen, Keller) und Felswände generell für Caches ungeeignet. Für Felswände wäre eine zeitliche Deaktivierung sicher darstellbar, wenn man mit den Behörden den Status abfragt. Wenn bspw. auch FFH und Vogelschutzgebiete als Tabubereich angesehen würden (die Karten sind alle online verfügrbar), dann gäbe es schon viel weniger Streit.
Leider kenne ich noch kein Ergebnis des offizielen Gesprächs, sobald ich etwas erfahre,gebe ich dann hier Bescheid.
lg, Andreas
p.s. eine tote Fledermaus fällt selten von der Decke und das auch nicht nach einer Störung. Aber sie reagiert darauf durch Aufwachen und das kann (muss aber nicht) dann einmal zu viel sein. Allerdings wenn ein Cache in einer Höhle mehr als 3mal im Winter geloggt wird, fürht das sicher dazu das die Höhle bald fledermausfrei ist...
 
 

Offline DieObereiper

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Re: Naturschutz
« Antwort #8 am: 15. Februar 2011, 18:29:24 »
Ich glaube, das schwierige ist auch, das Leien nicht erkennen können, ob an der Stelle, wo der Cache langgeht, auch seltenene Tiere nisten.
Sonst würde jeder dierekt Bescheid geben. Kannst Du denn die Links posten? Ich selbst habe nur den mit den Naturschutzgebieten, und da sind keine Brutplätze mit drin (ausser an den Siegauen, soweit ich weiß).

Was richtig Klasse wäre, und das würden allen helfen (Geocacher können auch gute Helfer für Naturschützer sein, so viel wie wir draussen sind ;-)) wäre eine Website, die eine Gesamtübersicht gibt.
Z.B. Naturschutzgebiete (gesetzl. Wegegebot), Brutplätze (Hunde anleinen & Uferzonen schützen) oder auch bekannte Nistplätze.
Und auch vielleicht Fotos, wo ich als Laie erkennen kann, das hier am Baum ein Storch oder eine Eule nistet (Ausscheidungen etc, da gibt es doch diese Knäule?) und man etwas weiter einen anderen Dosenort sucht (so bei einigen Caches hier oben passiert, nachdem sich ein Schwarzstorch heimisch gemacht hat).
Nachtteilig wären hier wiederrum die "Gaffer"...
Oder auch verhaltenstips, wenn man z.B. auf ein Rehkidz stößt (ist uns tagsüber auf einer Waldautobahn passiert - gottseidank wussten wir, das wir es nicht anfassen durften- obwohl der erste Gedanke war, das es verletzt wäre).
Auch könnte man eine Art Feedback-Kontakt schaffen, damit man auch andere Cacher benachrichtigen kann, und nicht der nächste dort was hinlegt. Oder ein Forum, in dem sich Naturschützer, Cacher und Förster austauschen können.
Nachtteilig wären hier natürlich die Muggles, und das man zuviel offenlegen könnte, so dass man ohne Austausch kurzerhand den Cachern die Caches mitsamt den Travelbugs klauen könnte.
Aber da könnte eine Prüfung vor der Freischaltung ja helfen?

Hat meine eine Seite, wäre es eine starke vereinfachung, wäre dies zu berwerkstelligen?
Die Adresse könnte man ja in diversen Foren posten.

Was haltet Ihr von der Idee?
Wie gesagt, wenn es auf Austausch beruht, würde es allen helfen, allerdings ist es auch für uns Cacher etwas gefährlich, wenn die Muggles kurzen Prozess machen könnten...

Viele Grüße, Sascha & Heike

Offline oljoka

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Re: Naturschutz
« Antwort #9 am: 16. Februar 2011, 16:36:14 »
Gerade kamen von Tupperman drei Nachrichten über Twitter:

Zitat
1. In RLP werden zur Zeit Caches in Schutzgebieten von der Naturschutzbehörde überprüft. Die Owner werden dabei angeschrieben.

2. Bitte nehmt die Anschreiben Ernst, verlegt bei Bedarf den Cache oder oder stimmt euch mit der Behörde ab.

3. Alle anderen Owner, überprüft doch bitte Eure Caches auf Naturschutzverträglichkeit. Nicht dass es Archivierungen kommen muss



Siehe dazu auch: Operation Libelle

Offline dieSchaerjer

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Re: Naturschutz
« Antwort #10 am: 17. Februar 2011, 15:26:16 »
Take nothing but pictures, leave nothing but footprints.

Offline dieSchaerjer

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Re: Naturschutz
« Antwort #11 am: 17. Februar 2011, 15:27:48 »
PS: Video anbei
Take nothing but pictures, leave nothing but footprints.

Offline panthalassa

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Re: Naturschutz
« Antwort #12 am: 17. Februar 2011, 17:30:43 »
Das ist ja mal ein richtig positiver Bericht.
Die Leute im Video sind nicht nur gesprächsbereit,
sondern sehen das Geocaching sogar als Chance für
den Naturschutz.
Das ist doch der richtige Weg, so sollte es laufen!

Offline Eifeldrache

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Re: Naturschutz
« Antwort #13 am: 17. Februar 2011, 19:57:29 »
Das ist doch mal endlich ein positiver Bericht, wirklich gut und ehrlich!
(vorher Pee.b)

Offline dePussel

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Re: Naturschutz
« Antwort #14 am: 17. Februar 2011, 21:31:09 »
In unserer näheren Cachergemeinde gibt es auch mindestens ein aktives Mitglied des NABU Bonn.
Es ist Til von den CamouflageLabbis.
Am 04.12. letzten Jahres wurde im Zuge des Naturschutz auch ein Event veranstaltet, bei dem wir Cacher als aktive Helfer eingebunden waren. Und dies war nicht das erste Event dieser Art. Siehe http://coord.info/GC2H2X1 "CamoLabbis Hilfe für die CamoKröte". Es wird wohl auch nicht das letzte dieser Art gewesen sein.

Ich denke mal, Til hat nichts dagegen, wenn man sich mit Fragen o.ä. an ihn wendet.